Die PENNER, das zahlreichste westpreußische Mennonitengeschlecht, sind aus verschiedener Wurzel erwachsen. 1527 wird Dietrich B e n d e r , weil er seine Kinder nicht taufen lassen will, aus Worms vertrieben. 1530 wurde Bärbel Bender aus Sulzfeld in Bretten/Baden getauft. 1566 wird der Küfermeister Balthasar Bender als Wiedertäufer aus Kaiserslautern ausgewiesen. Johann Bender aus Lieh Kr. Gießen wird 1544 als Wiedertäufer festgestellt. 1850 - 1870 ist ein Bender zu Schwickershausen bei Idstein/Taunus Ältester der nassauischen Mennonitengerneinde. Um 1692 gehört Diehle (wahrscheinlich dasselbe wie Till) Benders zur Mennonitengemeinde in Norden/Ostfriesland. 1592 gehört Jacob Penders zu der Miennonitengemeinde im Gr. Werder. In der Mitte des 17. Jh. kommt Heinrich Pender aus Westpreußen in die Hamburger Gemeinde und wird hier Diakon. Sein Sohn Heinrich macht mit einem de Vlieger eine Walfischreederei auf. 1678 unterschreiben unter anderem Hermann und Heinrich Pender aus der Orlofferfelder Gemeinde einen Brief an die Gemeinde in Amsterdam. 1701 noch unterschreibt David Pender, Schulze von Neunhuben im Gr. Werder, ein Abkommen über die Brandfuhren bei der Tiegenhägener Feuerversicherung, 1727 aber wird derselbe Schulze David Penner genannt. Seit diesem Zeitpunkt gibt es nur noch die Schreibweise "Penner". Aus dem Bender wurde ein "Benders", die nordwestdeutsche patronymische Form, in Westpreußen wird das "B" zu "P" = Pendersp später bleibt das "s" weg und schließlich wird aus dem Pender ein Penner. Auch in der Montauer Gemeinde, in dem Dorf Obergruppe wohnte im Jahre 1676 laut Einwohnerverzeichnis Hermann "Pender". In dem mennonitischen Taufregister 1679 und 1717 heißt derselbe Mann Harm Penner aus der Grup. Warum? Neben den mennonitischen Penders gab es auch schon recht früh im Werder mennonitische Penners. 1621 wird Dönnies Penner als Schulze von Beyershorst genannt. 1622 erscheint Hendrik Penner aus Tiege zusammen mit einem anderen "Holländer" bei König Wladislaus IV., um von ihm Auskunft über die Scharwerkspflichten am Hauptdeich zu erbitten. 1625 lebt ein Bauer Jacob Penner in Altebabke. Daß die Penners/Penders aus dem südwestdeutschen Raum stammen, scheint bewiesen zu sein. Sie gehörten in Preußen der friesisch-hochdeutschen Glaubensrichtung an. Die Penners der mennonitisch-flämischen Richtung scheinen aus Antwerpen und dem anschließenden niederfränkisch?deutschen Grenzgebiet gekommen zu sein. Am 20. 2. 1573 wird Lysken Pennaert s als Wieder täuferin in Antwerpen auf de m Scheiterhaufen verbrannt. Vor- und nachher sind Täufer aus Antwerpen und Flandern über die Grenze in die freie Reichsstadt Aachen und ins Monschauer Land geflüchtet und haben hier bis zum Beginn der Gegenreformation verhältnismäßig ruhig mehrere Jahrzehnte leben können. In Aachen hatten sie sogar eine eigene Schule. Der Name Pennaerts kommt zu Pennartz abgewandelt noch heute in Aachen vor, daneben die Form Penners. Das deutsche "er" entspricht dem flämischen "aert". Noch in Danzig können wir gelegentlich einen Wandel zwischen "aert" und "er" beobachten, zum Beispiel bei Kricker und Krickaert. 1621 tauchen die ersten Penners - anscheinend 1614 aus Aachen vertrieben - 600 Täufer mußten damals die Stadt verlassen im Gr. Werder auf. Seit 1621 wird Dönnies Penner in Beyershorst genannt, seit 1623 ist er Schulze des Dorfes. Der Vorname Tönnies kommt noch heute gelegentlich als Vorname in Aachen vor, später nennt er sich auch mit der flämischen Form des Namens, nämlich Anthony (siehe "Anthony van Obbergen"). Daß ein gewisser Zuzug von Täufern aus dem Monschauer Land und Aachen in die zum Danziger Territorium gehörige Scharpau erfolgt sein muß, geht auch daraus hervor, daß hier der Ortsname "Kalter Herberg" aus dem Monschauer Land in der Scharpau als Neugründung "Kalteherberge" auftaucht. Vor allem der im Verzeichnis der aus dem Monschauer Land geflüchteten Täufer genannte Name "Prool" -ein Mennonitenname der Frühzeit kommt in der Scharpau häufig vor. Die Herkunft der Penners der flämischen Glaubensrichtung aus Flandern bzw. dem deutschflämischen Grenzraum dürfte ziemlich sicher sein. Eine dritte Linie der Penners kommt auch aus Flandern. Fräulein Bestvater (früher Danzig-Langfuhr, jetzt Buenos Aires/ Argentinien) berichtet darüber: Unser Vorfahr mütterlicherseits van Peene ist laut Wappen 1750 über die Schweiz und Österreich - wo er sich wahrscheinlich zuerst hatte niederlassen wollen - in Westpreußen eingewandert. Er hatte eigenhändig das Einwanderungsdatum "1750" auf das Wappen geschrieben und den Vermerk hinzugefügt, daß sie aus Holland/Flandern kommend über die Schweiz und Österreich in Preußen eingewandert seien und daß ihnen auf der Reise ein Sohn geboren wurde, der dann später der Begründer unseres Geschlechts "Penner" geworden ist. Unser Ahnherr legte - wohl nach dem Siebenjährigen Krieg - den Adel mit der Begründung ab, daß der Adel jetzt, nun er alles verloren habe, nicht mehr zu ihm passe. Nur das Wappen hatte sich erhalten. Er hing dann ein "r" an seinen Namen und nannte sich fortan Penner wie so viele im Werder. Dieser Linie gehörte der bekannte Älteste Job. Penner/ Thiensdorf an.

 

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