Paraguay op Platt - Wo Cowboys und Indianer Platt sprechen

Mitten in der buchstäblichen Pampa, nach 500 Kilometern Fahrt durch die karge Steppe des Gran Chaco, stoßen Yared Dibaba und Julia Westlake auf eine seltsame Welt: Filadelfia heißt der Ort. Hier gibt es keine asphaltierten Straßen mehr, sondern autobahnbreite Sandwege.
Im Radio laufen deutsche Schlager, im Supermarkt steht "Reinigungs- und Pflegemittel" und "Wurstwaren" auf den Hinweisschildern. Der Grund: Filadelfia ist eine Kolonie der Mennoniten, einer Glaubensgemeinschaft, die vor Jahrhunderten Norddeutschland verließ und sich über die ganze Welt verteilt hat.
Unter anderem kamen Mennoniten aus Russland in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Paraguay. Sie haben sich ihr Platt über all die Jahrhunderte bis heute als Umgangssprache bewahrt. Untereindander sprechen die Mennoniten "Plautdietsch", die Schrift- und Kirchensprache ist Hochdeutsch. Das Platt klingt ein bisschen altertümlich, aber jeder norddeutsche Plattschnacker kann sich problemlos unterhalten. Mitten in der Pampa!
Yared und Julia erkunden das Leben der Mennoniten, die hier in Filadelfia zwar wirklich sehr "ab vom Schuss" und unter sich leben, aber doch sehr weltoffen und modern sind. Die beiden Moderatoren staunen über die Wettkämpfe auf dem großen alljährlichen Rodeo, auf dem es neben Bullenreiten unter anderem auch ums Wettmelken geht.
Sie nehmen teil am deutschsprachigen Schulunterricht, stoßen auf eine Bäckerei in der Wildnis, in der für die vielen Tausend Indianer der Gegend Brot gebacken wird. Sie besuchen ein Krankenhaus, das die Mennoniten im Busch nur für die Indianer betreiben und erkunden mit dem Jeep die fast 3.000 Kilometer Sandpiste einer ebenso unwirklichen wie faszinierenden Gegend, in der es im Sommer bis zu 50 Grad heiß wird.
Kaum zu glauben, aber wahr, sogar von einigen Indianern wird Platt gesprochen! Die nämlich haben oft für Mennoniten gearbeitet oder werden von ihnen unterstützt. Da die Indianer oft kein Spanisch beherrschen, wird eben Platt gesprochen. Und so plaudert Yared Dibaba mit Cowboys, Indianern und erstaunlich modernen Mennoniten – auf Platt.

 

Hiemet ertjlea etj uetdretjlich: Aule Rachschriewfehler send min, oda de Autoren ere  Jestlichea Ejentuma.
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Etj dank aulem, deu mi jeholpe haben diese Sied te buje. Etj dank uck aulem wea mi Jedichta, Jesichte Leuda .... toojeschetjt haft. Sool hie ne Sach bene sene, deu unja Copyright steht, dann schrift mi daut. Etj nem daut dann rüt.

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