Missionseinsatz in Orenburg (Russland, in Deutsch)

Nach einem Interview mit Hans Bergen habe ich erfahren, dass ein Missionseinsatz in Russland im Gebiet Orenburg geplant wird. Ich bin in diesem Gebiet geboren und aufgewachsen bin, deshalb hat mich der Missionseinsatz sehr interessiert. Da Hans Bergen einer der Organisatoren dieser Reise ist, hat er mir angeboten als einer der LKW-Fahrer diese Reise mitzumachen. Nachdem ich den Segen meiner Familie, Gemeinde und den nötigen Urlaub erhalten habe, stand der Reise nichts im Wege. Zusammen gekommen ist eine reine Männer-Mannschaft von 13 Personen.

Organisiert wurde diese Missionsreise von der Mennonitengemeinde Bielefeld. Hauptziel der Reise war es humanitäre Güter nach Orenburg zu transportieren. Zu liefern waren z.B.

  • 60 Krankenbette
  • 40 Rollstülle
  • 75 Gehhilfewagen
  • 30 Kinderwagen
  • 1000 Pakete mit Kleidung und Schuhe
  • etc.
  • Die Sachen wurden in drei LKW und ein Kleintransporter geladen. Wir sollten sie im Gebiet Orenburg an Krankenhäuser und Hilfsbedürftige liefern.
  • Am 18. Juni 2004 um 17 Uhr nach der Gebetsgemeinschaft und Verabschiedung geht die Reise los.

    Vor uns liegen über 4000 km fahrt mit vielen Grenzübergängen.

    Nach einigen Kilometern Stau auf der A2 erreichen wir endlich die Grenze nach Polen, die wir ohne Probleme passieren können. Die polnischen Strassen sind gut ausgebaut, so dass wir am 19. Juni  um 15 Uhr die Grenze Polen-Weißrussland erreichen. Vor dem Grenzübergang hat sich ein Stau von 6 km gebildet, den wir aber als Humanitär-Hilfe-Fahrzeuge seitlich passieren können.

    Die übliche Prozedur, das Wiegen der Fahrzeuge beim Grenzübergang, verzögert sich bei der Ausreise aus Polen. Beim ersten Durchgang hat das Wiegen eines von unseren Fahrzeugen nicht geklappt, so dass dieser LKW wieder zurückfahren muss. Wir warten mit den restlichen Fahrzeugen.

    Inzwischen ist es 18 Uhr – wir warten immer noch. Um 19 Uhr ist Schichtwechsel. Uns wurde gesagt, dass alle, die die polnische Seite überquert haben, dürfen sich zur weißrussischen Grenze bewegen. Wir sind nicht dabei.

    Hier habe ich die Gelegenheit um 19 Uhr die plattdeutsche Radiosendung zu hören. Der Empfang ist sehr gut.

    22 Uhr (pojechali) es geht endlich los. Mit Schrittgeschwindigkeit fahren wir das „Niemandsland“ von ca. 3 km in einer Stunde durch. So kommen wir bei den weißrussischen Grenzsoldaten an. Dann geht es los: hier und da ein Formular, hier und da ein Zettel, hier und da ein Stempel …. Die Weißrussen wollen, wie die Polen, wissen wie viel wir wiegen. Wir fahren mit Schritttempo über die Wage. Andreas, einer unserer Fahrer, übersieht  dabei das STOP-Schild. Halt! Zurück! Schein abstempeln lassen… und „Strafe“ zahlen. Weil wir nicht angehalten haben – zwei Tafel Schokolade.

    Nach 20m fahrt ist der tatsächliche Grenzübergang nach Weißrussland erreicht. Inzwischen ist es 01:30 Uhr. Passkontrolle! Hier stellt der Kontrolleur fest, dass man uns an irgendeinem Punkt vergessen hat ein bestimmtes Formular zu geben. Schimpfend geht er los und holt welche. Dies dauert fast anderthalb Stunden. Können wir fahren? Nein, nur bis zum Parkplatz. Dann werden die Ladungspapiere überprüft…

    Morgens um 07:00 Uhr schalte ich mein Radio ein, um zu hören was Rüdiger Klaue uns über das Jesaja-Buch sagt. Paul Klassen macht weiter mit dem Wort zum Sonntag. Der Empfang ist gut – alles zu verstehen…. Nur Eduard schnarcht und das stört den Empfang…

    Auf der polnisch-weißrussischen Grenze stehen wir nun seit 17 Stunden. Noch tut sich nichts, außer dass Regen einsetzt…

    Nach einem Gebet frühstücken wir in den Fahrzeugen um 09:30 Uhr. Jetzt erfahren wir warum wir stehen: auf einem Dokument, das von den Behörden aus Orenburg kam, fehlt ein Stempel. Die Bestätigung, dass die in Orenburg uns erwarten, haben die an die weißrussische Grenze auch nicht geschickt. Obwohl die Grenzposten eine telefonische Bestätigung erhalten, wollten sie nicht entscheiden uns durchzulassen. Der Chef soll kommen. Heute ist Sonntag. Wann kommt der?!

    11:00 Uhr der Chef ist da und hat die Erlaubnis erteilt. Jetzt kann alles in die Wege geleitet werden. Jetzt fangen die Behördengänge an… „Es sind ungefähr 100 Schritte bis das durch ist“, - sagt Hans Bergen. „Du musst von hier ein Schreiben holen, dort hin zum Unterschreiben bringen oder Stempel abholen. Der dritte bearbeitet das Schreiben weiter. Dazu kommt, dass mal einer der Beamten fehlt, oder ein anderer `ne Kaffee-Pause hat. Du musst aber alles nach der Reihe durchgehen. BÜROKRATIE!“.

    Jakob Peters und Waldemar Pidde beschäftigen sich mit den Behördengängen. Die anderen verbringen die Zeit mit Bibellesen, Gebetsgemeinschaften, Ausruhen oder Unterhaltungen. 12:15 Uhr endlich los!

    Dieser Grenzübergang hat geschlagene 21 Stunden gedauert.

    Wir sind so froh, dass wir endlich fahren dürfen. Gerade als wir einwenig in Fahrt kommen, beschließt Hans das Fahrerhaus zu lüften und öffnet sein Fenster. Auf die gleiche Idee kommt sein Beifahrer Waldemar. Es entsteht ein Durchzug. In einem Nu fliegen sämtliche Papiere und Dokumente aus dem Fenster und verteilen sich auf der Autobahn. 13 Mann sammeln auf der Autobahn in Weißrussland ihre Papiere.

    Die Strassen in Weißrussland sind sehr gut. Störend sind hier allerdings die Kühe, die sich auf der Autobahn im Schatten einer Brücke gelegt haben.

    Um 23:00 Uhr erreichen wir die russische Grenze, die wir in ca. vier Stunden passiert haben. Bis Moskau sind es noch über 700 km.

    Die Tankstellen fallen mit ihren Preisen auf:

    Diesel –     9   Rubel  = 0,23 €

    Super  – 12,5 Rubel = 0,32 €

    100 km vor Moskau haben wir eine Panne. Der große LKW qualmt. Es stellt sich heraus, dass der Kraftstofffilter gebrochen ist. Halt an einer Raststätte. Reparatur- und Pinkelpause. Weil es hier keine Toilette gibt, laufen wir alle in die Büsche. Vor uns haben das auch schon mehrere gemacht. Entsprechend sieht es hier aus. Erst beim zweiten Hinsehen entdecken wir, dass hier in den Büschen Obdachlose leben. Ein schreckliches Bild kurz vor Moskau.

    Adam und Waldemar reparieren den defekten LKW… Bei der Gelegenheit höre ich, wie der Radioempfang in der Nähe von Moskau ist – erstaunlich gut. Es läuft gerade die Sendung „Blick in die Hörerpost“. Der LKW ist endlich repariert… mit Kaugummi als Dichtung und Draht zur Befestigung. 

    12:00 Uhr kommen wir in Moskau an. Hier fahren wir fünfspurig auf dem Mauskauer-Ring. 14:00 Uhr sind wir endlich aus Moskau raus und machen ein Picknick, danken dem Herrn für die Bewahrung und fahren weiter.

    Nach einer Stunde Fahrt ist der gleiche LKW wieder kaputt, der Motor bekommt keinen Sprit. Adam und Waldemar versuchen ihn wieder zu reparieren. Schon wieder verbringen wir die Zeit mit Gebetsgemeinschaften, Bibellesen, Ausruhen…

    Wir haben schönes Wetter 27°C, mäßiger Wind, die Sonne scheint. Nach dreieinhalb Stunden Reparatur endlich geschafft – der Ansaugschlauch im Tank hat sich mit Dreck zugesetzt. Wahrscheinlich unterwegs schlechten Sprit getankt.

    Die Straße zwischen Wjasniki und Nischnij Nowgorod sind in einem sehr schlechten Zustand, 50 bis 60 km Baustelle, erlaubt sind 60 km/h, fahren konnten wir aber nur 20 bis 40 km/h.

    Als wir um 1.00 Uhr Nachts aus der Baustelle raus kommen, wartet schon die nächste Überraschung auf uns, ein platter Reifen an dem „Pech-LKW“. Kurz vor Kazan sind wir innerhalb einer Strecke von 10 km zweimal von der Miliz angehalten worden. 20 Rubel (0,59 €) für die Tachoscheibe und 55 Rubel (1,62 €) fürs nicht Anschnallen. Der Staat muss ja auch von was leben.

    Als wir Kazan erreichen, werden unsere Papiere und die aller Anderen von der Miliz überprüft. Kofferräume und deren Inhalt (Einkäufe) und Motorräume werden durchsucht, keiner regt sich auf, es scheint normal zu sein.

    Am Mittwoch sind wir endlich um 16.00 Uhr in Kitschkass (Nummer 12) angekommen. Da wartete schon viel Arbeit auf uns: Lkws abladen, Betonarbeiten im Keller, Dach des Missionshauses und der Feldküche erneuern usw.

     Zwischendurch haben wir noch einige Gemeinden in Chorziza, Petrowka und Fjodorowka besucht und erbauende Gespräche geführt. Dabei ist uns besonders die geistliche Not der Menschen vor Ort aufgefallen.

    Gerade als ich die Gemeinde in Fjodorowka besuchte, fand ein Altenfest, mit anschließendem Kaffe und Kuchen statt, ich wurde dabei sehr gesegnet.

    Das Gebetshaus ist in einem sehr schlechten Zustand, da die Kellerwand eingestürzt ist und die Außenwand einzustürzen droht kann das Wohnhaus nicht genutzt werden. Aber um Privatstrom und Gas und nicht Gewerbestrom und Gas zu beziehen, ist es notwendig dass das Haus bewohnt ist. Was die Menschen sich vor Ort unter anderem Wünschen ist christliche Literatur wie Zeitschriften usw. (z.B. Sabytij Altar).

    Der Gemeindeleiter Edi Kraus setzt sich sehr für die Gemeinde mit allem ein und gelangt immer wieder an die Grenzen seiner Finanziellen Möglichkeiten und geistiger Kräfte.

    Genau eine Woche später, am Mittwochabend nach dem Gottesdienst sind wir nach Hause losgefahren. Nach einer fast unbeschwerlichen Heimreise durften wir Sonntag schon in unseren Ortsgemeinden am Gottesdienst teilnehmen.

    Wir sind dem Herrn für die Bewahrung und Schutz dankbar. Es war keine einfache Aufgabe aber für den Herrn haben wir es gern gemacht.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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    Etj dank aulem, deu mi jeholpe haben diese Sied te buje. Etj dank uck aulem wea mi Jedichta, Jesichte Leuda .... toojeschetjt haft. Sool hie ne Sach bene sene, deu unja Copyright steht, dann schrift mi daut. Etj nem daut dann rüt.

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