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Die NICKEL kommen wahrscheinlich vom Niederrhein. So eigenartig es sich anhört, die seit Jahrhunderten bäuerliche Mennonitenfamilie Nickel scheint im Reformationsjahrhundert am Niederrhein - besonders in und um Aachen - beheimatet und mit dem dortigen Patriziat und Adel versippt und verschwägert gewesen zu sein. Die von Pallandt, von Zievel, von Gressenich, von Ritz werden von Prof. Dr. Ebrad als Verwandte des Aachener Patriziers Jacob Nickel genannt. In den Jahren 1560 - 1614 bestand in Aachen eine wohlorganisierte Mennonitengemeinde, gegen die man immer wieder vorzugehen versuchte. Häufig wurden Bürger und Junker vorgeladen, weil ihre Kinder ungetauft blieben und in ihren Häusern gottesdienstliche Versammlungen gehalten wurden. Um 1580 unterhielt die Gemeinde, die ihren eigenen Prediger hatte, sogar eine Schule. Aber die Gegenreformation ließ nicht locker. Nach verschiedenen Ausweisungsbefehlen, die der Rat von Aachen in den Jahren 1598 - 1601 erlassen mußte, die aber nur sehr nachlässig durchgeführt wurden, mußten schließlich im Jahr 1614 rund 600 Mennoniten ihre Vaterstadt verlassen. Damals mußten auch die Nickels die niederrheinische Heimat aufgeben und als "Vertriebene" nach dem Osten ziehen, wo die scharfen Reichsgesetze gegen die Wiedertäufer keinerlei Geltung hatten. Vier Jahre später werden vom Danziger Rat die Dörfer Brunau und Beyershorst in der Scharpau an Mennoniten verpachtet. Damals taucht hier der erste mennonitische Nickel auf neben den auch unter den Aachener Mennoniten bekannten Namen Prol und Pauls(en). Noch im Jahre 1652 sitzt Hanß Nickel in Brunau. Vielleicht ist er ein Urenkel des Schultheißen Johann Nickel und seiner Gattin Johanna von Zevel, die in der Mitte des 16. Jh. in Pier im Umkreis von Aachen lebten. Es ist jedenfalls auffallend, daß viele Nickels des 17. Jh. Im Danziger Landgebiet den Vornamen Hanß (Johann) tragen. Den Hanß Nickel aus Brunau hält es nicht lange auf dem Lande. Er geht mit seinem Nachbarn Claas Bestevader noch vor Beginn des schwed.-poln. Krieges (1655 - 1660) nach Danzig. Anscheinend erhält nur Bestevader eine Konzession für das Destillieren von Branntwein. Als Bestevader stirbt, heiratet Hanß Nickel die Witwe und übernimmt auch dessen Geschäft. Sein Branntwein-Ausschank floriert - man hört, daß unter anderen auch ein Kapitänleutnant bei ihm sein Gläschen trinkt. Seine Neider unter den Bürgern behaupten, daß er und ein anderer das höchste Einkommen unter den 44 mennonitischen Branntweinbrennern hätten. Er verkauft den Branntwein anscheinend auch tonnenweise nach auswärts. Seine Tochter schickt er in eine Nähschule. Einen Teil seines Geldes legt er in ländlichem Besitz an. Er kauft einen Hof in Schmerblock im Danziger Werder. Während des Schwedenkrieges, in dem die Schweden die Weichseldämme durchstechen und das Danziger Werder unter Wasser setzen, das jahrelang stehen blieb, sind anscheinend auch manche Nickelfamilien aus der unmittelbaren Nähe des Kriegsschauplatzes an der Weichselmündung in das Weichseltal bei Graudenz und Kulm ausgewichen. Der erste Nickel wird uns 1653 als Vertreter der Nachbarschaft von Roßgarten in der Kulmer Niederung genannt. In der zweiten Hälfte des 17. Jh. erscheinen die Nickels immer zahlreicher auch in der Montauer Gemeinde, also in der Graudenzer Niederung. Bei ihnen ist der rheinische Vornamen Jorgen in Gebrauch, während wir im Danziger Werder vor allem die Vornamen Hanß und Jacob finden. Auch die uns bekannten rheinischen Vorväter hießen Jacob und Johann bzw. Hanß. Daß es sich bei den einwandernden Nickels nicht um eine Einzelfamilie gehandelt haben kann, geht schon daraus hervor, daß bei der Übernahme Westpreußens durch Friedrich den Gr. in den westpreußischen Landgemeinden 44 Nickel-Familien saßen, die 47 Söhne und 36 Töchter hatten. 11 Im Jahre 1936 gab es trotz der weltweiten Wanderungen der Nickels, die sowohl in Sibirien wie in Kalifornien wohnen, immerhin noch 93 Familien dieses Namens in Westpreußen.
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