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Iowa op Platt - Melancholie am Mississippi
Iowa war vor 100 Jahren zu 80 Prozent deutsch. Eine der ersten deutschen Auswanderungswellen nach Iowa war durch das Scheitern der deutschen Revolution von 1848 ausgelöst worden. Anschließend kamen immer mehr schleswig-holsteinische Bauern nach Iowa, die hier - westlich vom Mississippi - eine ähnlich fruchtbare Landschaft fanden wie daheim. Sie behielten ihre kulturellen Traditionen bei, gründeten Turnvereine, feierten Schützenfeste und sprachen weiter plattdeutsch. Die Schwierigkeiten begannen mit dem Ersten Weltkrieg. Plötzlich wirkten die deutschen Einwanderer in den USA als Repräsentanten der kriegführenden Feinde. Daher wurde der Gebrauch der deutschen Sprache 1917 in Iowa gesetzlich verboten. Viele Einwandererfamilien hielten zwar noch privat an ihrer Sprache fest, aber deren öffentliche Bedeutung ging verloren. Zu denen, die sich in Iowa weiterhin für die plattdeutsche Sprache engagieren, gehören die Mitglieder der "American Schleswig-Holstein Heritage Society". Es handelt sich um Bauern, die von ihren nach Iowa eingewanderten Eltern und Großeltern Plattdeutsch gelernt haben. Jeden Morgen treffen sie sich bei McDonalds zum plattdeutschen Frühstück. Bill bewirtschaftet eine riesige Farm ganz alleine. Er hört bei der Arbeit plattdeutsche Lieder. Sein Hobby sind Oldtimer. Auf einer Fahrt mit einer alten Tin Lizzy erklärt er Yared Dibaba das Leben auf dem Land. Westlich vom Mississippi, am Interstate Highway 80 in Walcott, auf dem größten Truck Stop der Welt, treffen sich jeden Morgen deutschstämmige Farmer zum Klönschnack. Erna Trede, deren Eltern aus Dithmarschen stammen, hat hier viele Jahre lang in der Küche gearbeitet. Sie zeigt uns, dass die Amerikaner viel größere Portionen essen als die Deutschen, und erzählt, wie die riesigen Trucks zu Weihnachten geschmückt werden. Glenn, ein weiterer Plattschnacker, ist Gründer des Heimatvereins, der "American Schleswig-Holstein Heritage Society" und hat die größte Farm von allen. Er erzählt, wie seine Vorfahren aus Deutschland eingewandert sind und sich in Iowa durchgesetzt haben. Marvin Otto, leidenschaftlicher Flieger, zeigt uns aus der Luft, wie platt Iowa ist. Karl hat ehrenamtlich mitgeholfen, ein 300 Jahre altes Fachwerkhaus von Schleswig-Holstein nach Iowa zu holen und neu aufzubauen. Persönlich hat er die Maurerarbeiten durchgeführt. Die Plattschnacker von Iowa treffen sich regelmäßig auch in der Bibliothek der "American Schleswig-Holstein Heritage Society". Zu den Höhepunkten der Veranstaltungen gehört Bill's Plattdeutsch-Unterricht. Hier hat sogar Julia Westlake etwas dazugelernt. Damit gibt es auch in Iowa das Motto: Wi snackt platt.
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